Philora Handbuch

Datenschutz & KI-Kontrolle

Recherche öffentlicher Beiträge

5 Min.

Kurz gesagt: Philora kann öffentliche Beiträge Ihrer Kontakte finden. Dafür geht deren Name als Suchbegriff nach außen — deshalb ist die Funktion bei neuen Konten ausgeschaltet und hat einen eigenen Schalter. Derselbe Schalter steuert zwei Playbook-Funktionen, bei denen kein Name nach außen geht — siehe unten.

Warum#

Ein Kontakt wechselt die Stelle, veröffentlicht einen Beitrag, startet ein Projekt: das sind die natürlichen Anlässe, sich zu melden. Wer sie mitbekommt, hat etwas zu sagen, statt „wollte mich mal wieder melden" zu schreiben.

Der Preis dafür ist real, deshalb steht er hier oben: Der Name Ihres Kontakts verlässt den Server als Suchbegriff. Das ist die größte Offenlegung in der gesamten App — und Sie sollen sie bewusst wählen, nicht versehentlich mitnehmen.

Was es ist#

Der Schalter „Recherche öffentlicher Beiträge aktivieren (Feeds)" unter Einstellungen → „Daten & KI", direkt unter dem KI-Schalter.

Ist er an, sucht Philora nach öffentlichen Beiträgen Ihrer Kontakte:

  • LinkedIn: wird nicht ausgelesen. Verwendet werden ausschließlich öffentliche Suchergebnisse — dafür geht der Name des Kontakts, ggf. mit Arbeitgeber, als Suchbegriff an öffentliche Suchmaschinen (überwiegend USA).
  • YouTube, Reddit, Mastodon und Bluesky: der Server ruft den öffentlichen Beitrags-Feed des Profils ab, das Sie selbst beim Kontakt hinterlegt haben. Übermittelt wird nur die öffentliche Kanal-Kennung, der Benutzername, die Profil-Adresse bzw. das Handle. Das ist keine Suche: es geht kein Name als Suchbegriff hinaus, sondern nur eine Adresse, die Sie eingetragen haben. Bei Mastodon fragt der Server die Instanz, die in der hinterlegten Adresse steht — deren Sitz hängt also von der Instanz ab; Bluesky sitzt in den USA.

Immer fragt der Server, nie Ihr Gerät. Die Suchmaschine sieht die Adresse des Servers in Deutschland — sie erfährt nicht, wer gesucht hat.

Vorschläge für Menschen, die Sie noch nicht kennen#

In Playbooks können Sie sich passende Fachleute vorschlagen lassen. Dafür laufen zwei Suchen nebeneinander:

  • Websuche — Fachbegriffe und Ihre Region gehen an öffentliche Suchmaschinen. Kein Personenname.
  • Bluesky-Personensuche — ein Fachbegriff geht an die öffentliche Personensuche von Bluesky (USA). Zurück kommen Profilangaben, die die Personen selbst über sich veröffentlicht haben. Auch hier: kein Personenname als Suchbegriff.

Was mit den Vorschlägen passiert. Die Liste wird in Ihrem Playbook gespeichert, damit sie ein Neuladen übersteht — ein Suchlauf kostet rund 18 Abfragen an öffentliche Suchmaschinen, und die bei jedem Seitenwechsel erneut auszugeben wäre Verschwendung. Gespeichert werden nur die öffentlichen Suchtreffer: Name, Adresse, Kurztext.

„Vorschläge verwerfen" löscht die Liste vollständig. Der Knopf steht unter den Suchbegriffen. Danach ist nichts mehr da — kein Rest, kein Vermerk.

Ihr Daumen-hoch/runter zu einem Vorschlag wird nicht gespeichert. Eine Notiz „abgelehnt" über jemanden, der kein Kontakt ist, soll nirgends entstehen. In Ihr Netzwerk kommt eine Person erst, wenn Sie sie selbst auf die Kandidatenliste setzen.

Derselbe Schalter in Playbooks#

In einem Playbook hängen zwei weitere Funktionen an diesem Schalter. Beide legen weniger offen als die Feed-Recherche, und zwar in dem Punkt, der zählt: Es geht kein Personenname als Suchbegriff nach außen. Die eine ruft eine Seite ab, deren Adresse feststeht; die andere sucht mit Fachbegriffen, nicht mit Namen.

  • Kandidatenprüfung. Auf Ihrer Kandidatenliste steht eine Profil-Adresse — von Ihnen eingetragen oder aus einem Vorschlag übernommen. Für die Bewertung ruft der Server genau diese Seite ab und legt ihren Inhalt der KI vor. Das ist keine Suche: Ohne Adresse von Ihnen wird keine Seite geöffnet, und es wird nicht nach weiteren Seiten über dieselbe Person gesucht. Es geht also kein Name als Suchbegriff nach außen.
  • Kandidatenvorschlag. Philora sucht öffentlich auftretende Fachleute, die zu Ihrem Zielprofil passen könnten. Die KI formuliert dazu Suchanfragen aus Ihrem Zielprofil — kein Name geht darin nach außen, weder Ihrer noch der eines Kontakts —, und der Server stellt sie über die Brave Search API. Verarbeitet werden nur die öffentlichen Suchtreffer; kein Profil wird ausgelesen. Deshalb kann kein Name erfunden werden: Er stammt aus dem Titel eines echten Treffers, und die Adresse wird auf Erreichbarkeit geprüft. Zu diesen Personen wird nichts angelegt — ein Name wird erst gespeichert, wenn Sie ihn auf Ihre Liste setzen.

Dass Person und Seite existieren, ist damit belegt. Ob jemand passt, ist damit nicht belegt — öffnen Sie das Profil, bevor Sie schreiben. Und ob Sie jemanden ansprechen, entscheiden Sie: die App verschickt nichts von allein.

Anlaufstellen: aus dem Wissen des Modells#

Der Vorschlag von Anlaufstellen (Verbände, Konferenzen, Gruppen) sucht nicht im Web. Er kommt aus dem Wissen des Sprachmodells — nichts wird abgerufen, nichts gesucht, und der Recherche-Schalter spielt dafür keine Rolle.

Der Preis dafür steht dabei: Die Vorschläge können umbenannt oder eingestellt sein, deshalb sind sie ausdrücklich als ungeprüft gekennzeichnet. Bei einer Anlaufstelle ist das ein vertretbarer Tausch — ein Fachverband ist eine langlebige Größe, und eine erfolglose Suche kostet Sie eine Minute. Bei Personen ist es das nicht, weshalb der Kandidatenvorschlag sehr wohl sucht.

Voraussetzungen#

  • Der KI-Schalter muss an sein — die Recherche baut darauf auf.
  • Ein Kontakt erscheint nur im Feed, wenn er dort freigeschaltet ist (siehe unten).

Schritt für Schritt#

  1. Öffnen Sie Einstellungen → „Daten & KI".
  2. Schalten Sie „Recherche öffentlicher Beiträge aktivieren (Feeds)" ein.
  3. Öffnen Sie Feed → „Wer ist in meinem Feed?" und wählen Sie pro Kontakt und pro Plattform, wer berücksichtigt wird.

Woran Sie merken, dass es funktioniert#

Ist die Recherche aus, zeigt die Feed-Seite einen deutlichen Hinweis samt Link zu den Einstellungen — es werden keine neuen Beiträge gesucht, und kein Kontaktname verlässt den Server. Früher gefundene Beiträge bleiben sichtbar.

Ist sie an, prüft Philora einmal täglich beim Öffnen der App und zeigt neue Beiträge im Feed.

Grenzen & gut zu wissen#

  • Zwei Ebenen der Kontrolle: der Hauptschalter für alles, und die Freischaltung je Kontakt und Plattform. Sie können die Recherche also aktivieren und trotzdem für die meisten Kontakte aus lassen.
  • Serverseitig durchgesetzt. Ist der Schalter aus, weist der Server Recherche-Anfragen ab — unabhängig von der Oberfläche.
  • Standardmäßig aus bei neuen Konten. Bestehende Konten behalten ihren bisherigen Zustand.
  • Nur Öffentliches. Es werden keine Konten verknüpft und nichts angemeldet. Ausgelesen wird ausschließlich die Seite, deren Adresse auf Ihrer Kandidatenliste steht. Beim Kandidatenvorschlag kommen öffentliche Suchtreffer hinzu (Titel, Kurztext, Adresse) sowie eine kurze Prüfung, ob die gefundene Adresse erreichbar ist. Anlaufstellen werden nicht gesucht.
  • Einmal täglich, nicht laufend — das gilt für den Feed. In Playbooks passiert etwas nur, wenn Sie es anstoßen.

Verwandte Funktionen#

Zuletzt aktualisiert: 2026-08-17